Existenzgefahr – Wie Politik und Krisen (Unternehmer-) Leben zerstören
Buchbeschreibung:
Ein Roman, inspiriert von wahren Begebenheiten – Wirtschaftskrimi und gesellschaftliche Analyse zugleich.
Eine Unternehmerin, Vereinsvorsitzende und Mutter kämpft sich drei Jahrzehnte durch Krisen, Gesetzesänderungen und Behördenlogiken. Im Herbst 2025 trifft eine E-Mail zur Corona-Soforthilfe ein – und wird zum Auslöser eines Wendepunkts. Zum ersten Mal beschließt sie, staatlicher Willkür nicht länger zuzusehen.
Das Buch zeigt, wie leicht Selbstständige und Alleinerziehende zwischen die Räder geraten, wenn politische Entscheidungen, Verwaltungspraxis und alltägliche Lebenswirklichkeit auseinanderdriften.
In Rückblenden führt die Geschichte durch die großen Brüche der letzten Jahrzehnte – von Scheinselbstständigkeit und 9/11, über Finanz- und Wirtschaftskrisen, Datenschutzwellen und bis zur Corona-Pandemie. Heute bestimmen aktuelle Themen wie Bürgergeld, Mütterrente und Förderlogiken ihren Alltag.
Die Rahmenhandlung im Jahr 2025 bündelt alles im letzten Konflikt: Die Corona-Soforthilfe wird zum Symbol für mehr als eine Rückforderung. Es geht um Gerechtigkeit, Selbstachtung – das Ende bleibt offen: Schafft sie es, sich erneut aus dem Dilemma herauszuarbeiten – oder zwingt das System sie in die Knie?
Autorin:
Susanne Braun-Speck (50+ Mutter einer Tochter) ist Autorin, Bildungs-Referentin und Konzept-Entwicklerin aus Reinfeld (Holstein). Ehemals Unternehmerin in der IT-Personalbranche mit bis zu neun Niederlassungen, verbindet sie heute IT- und Medien-Know-how mit Bildungs- und Nachhaltigkeits-Themen.
Sie leitet den sii-talents e.V., der 2024 die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ erhalten hat und zuvor zweimal mit dem Preis „Projekt N“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet wurde.
Zwei Jahrzehnte alleinerziehend, drei Jahrzehnte Leistungsträgerin, heute Solo-Selbstständige, Vereinsvorstand und Autorin: Nicole schreibt Community-Fachbücher, realisierte preisgekrönte Projekte und engagiert sich für gute Bildung, soziale Gerechtigkeit und ganzheitliches Denken.
Prolog – Eine Szene, die Nicole träumte.
Im grell ausgeleuchteten Studio: Glaswände, erwartungsvolle Stille, die blinkenden Lämpchen der Kameras. Ein Politik-Talk im Fishbowl-Format. Ein Moderator. Gegenüber der Ministerpräsident ihres Bundeslandes, daneben ein Digitalberater, flankiert von einem Wirtschaftsminister, einer Schulleiterin – und Nicole. Alles perfekt arrangiert: Expertise, Diversität, Glaubwürdigkeit. Fernsehen, wie Politik es liebte.
Nicole trug, wie die Herren in der Runde, Business-Kleidung in Anthrazit. Dezent geschminkt, die Haltung aufrecht, die langen Haare zusammengebunden. Auch ihr Name wurde eingeblendet: Vorsitzende einer Non-Profit-Organisation, Referentin für digitale Bildung. Eine Runde, die nach Kompetenz aussah, nach Systemvertrauen, nach der schönen Idee, dass unterschiedliche Sichtweisen auf Augenhöhe verhandelt wurden.
Der Moderator kündigte das Kernthema an: Bildung, Chancengerechtigkeit, Digitalisierung – im Wandel der Wirtschaft. Eine scheinbar klassische Talkrunde, gut vorbereitet. Doch eine Teilnehmerin war keine bloße Vertreterin einer Interessengruppe, sondern Betroffene, Chronistin und Kritikerin zugleich.
Die Überraschungsgästin war Nicole. In diesem neuen Format sollte sich das Diskussionsthema unerwartet ändern – ohne Wissen der anderen.
Das Gespräch begann kontrolliert, glatt wie eine stille Wasseroberfläche. Die Teilnehmer diskutierten über Chancen, Wandel, Zukunft. Ruhig, präzise, abgeklärt. Nichts verriet, dass hinter Nicoles Stimme eine andere Wahrheit lag.
Dann bog der Moderator mit gezielten Fragen ab. Der Moment schien gekommen. Nicole griff in ihre Tasche, zog drei Schreiben hervor – eine Zahlungsaufforderung der Investitionsbank sowie Renten- und Bürgergeldbescheid, mit ihrem Namen darauf. Sie hielt sie dem Ministerpräsidenten hin.
Kein Wort. Nur Papier zwischen ihnen.
Er nahm es. Überflog es. Dann hob er den Blick. In seinen Augen lag ein kurzer, unmaskierter Moment: Vor wenigen Minuten war Nicole noch eine ebenbürtige Diskussionspartnerin gewesen. Jetzt, schwarz auf weiß, war der Eindruck ein anderer. Wie passte das zusammen?
„Das“, sagte Nicole leise, „ist meine Realität. Dreißig Jahre ohne Ende arbeiten. Steuern zahlen als Unternehmerin. Engagement im Bildungssystem. Unzählige Krisen überstehen – alleinerziehend. Und trotzdem: Bürgergeld, das nicht zum Leben reicht. Später eine Rente, die nicht zum Sterben reicht. Beides ungefähr so hoch wie die neue Diätenerhöhung der Landtagsabgeordneten. Und dann eine Zahlungsaufforderung so hoch wie das Bürgergeld eines halben Jahres.“
Stille. Kein Applaus. Kein Schnitt. Nur das grelle Studiolicht, das blieb, weil Wahrheit beleuchtet werden sollte.
In diesem Moment wünschte Nicole sich, dass sie es fühlten. Nicht Mitleid, sondern Scham.
Scham über sich selbst und ihre Politik.
Eine Frage noch: „Wenn Sie 75 Millionen in die Hand nehmen würden und dann die Wahl hätten: entweder 8.300 Existenzen retten – Soloselbständige und Kleinunternehmen – vielleicht mit 24.900 oder mehr Arbeitsplätzen, oder nur 1 Unternehmen, das 1.000 Jobs schaffen will. Was würden Sie tun?“
Der Ministerpräsident zuckte die Schultern und antwortete ohne nachzudenken: „Natürlich die 8.300 Existenzen retten“
„Und warum tun Sie das nicht?“
Fragend blickte er sie an, schien nicht zu wissen, worauf sie anspielte.
Nicole: „Batteriewerk in Heide“




Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!